01.01.22
Algen vorbeugen
Fadenalgen und ein grüner Teich. Was du zur Vorbeugung und Bekämpfung von Algen im Teich tun kannst.
Was sind Algen?
Fadenalgen und Schwebealgen sind im Grunde normale Pflanzen und kommen in jedem Wasser vor, also auch im Teich. Wie andere Pflanzen wachsen sie, indem sie Nährstoffe mit Hilfe von Sonnenlicht in Chlorophyll umwandeln. Algen stehen am Anfang der Nahrungskette, viele kleine Wassertiere leben von Algen. Daher sind Algen im Teich nützlich. Sie sind auch, ebenso wie die anderen Pflanzen, eine Sauerstoffquelle im Teich. Ein Teich, der überhaupt keine Algen enthält, ist eigentlich ein toter Teich. Allerdings bevorzugen wir es, nicht zu viele Algen im Teich zu haben, weil das kein schöner Anblick ist und dem Teich auch schadet. Wir betrachten Algen daher in der Regel als lästiges Unkraut im Teich und möchten sie so schnell wie möglich entfernen. Das kann man so machen, aber dann sollte man doch erst ein wenig mehr darüber wissen.
Welche Algenarten gibt es?
Wir können die Algen, mit denen wir es im Teich zu tun haben, grob in zwei Hauptarten unterteilen. Fadenalgen, auch bekannt als Schleimalgen und Schwebealgen die grünes Wasser verursachen.
Fadenalgen
Fadenalgen sind lange grüne Fäden, die vom Boden oder anderen Befestigungspunkten an die Wasseroberfläche wachsen. Wenn sie die Oberfläche erreichen, verklumpen sie zu mehreren schwimmenden „Schollen“. Bei Fadenalgen ist das Teichwasser meist klar.
Schwebealgen
Schwebealgen sind einzellige Pflanzenorganismen mit zwei Flimmerhärchen, mit denen sie sich bewegen. Sie produzieren kein Chlorophyll, da Schwebealgen eigentlich eine Zwischenform zwischen Bakterien und Pflanzen sind und sich durch Teilung vermehren. Bei niedriger Wassertemperatur sind sie transparent und inaktiv. Erst wenn die Wassertemperatur steigt, nehmen sie Nährstoffe auf und werden grün. Da sie sich schnell vermehren und dabei Kolonien bilden, wird das Teichwasser grün und trüb. Der Teich sieht dann aus wie ein Topf voller grüner Suppe.
Algenblüte oder Algenwuchs?
Ein explosives Algenwachstum wird im Volksmund als Algenblüte bezeichnet. Das ist ein unzutreffender Begriff, denn Algen blühen nicht. Unter bestimmten Bedingungen können sie sich jedoch sehr schnell vermehren. Dadurch wird der Teich nicht nur unansehnlich, sondern durch starkes Algenwachstum können auch Probleme im Teich entstehen.
In Fadenalgen können sich Fische verfangen und daran sterben, sie verstopfen Filter und halten den Teichbesitzer laufend auf Trab, um sie aus dem Wasser zu entfernen. Schwebealgen bringen das Teichwasser aus dem Gleichgewicht und nehmen das Sonnenlicht weg, wodurch die Teichpflanzen absterben. Ein stark von Schwebealgen befallener Teich verwandelt sich in eine grüne, trübe Suppe und kann sogar unangenehm riechen. Sowohl Schwebealgen als auch Fadenalgen behindern das Wachstum der Teichpflanzen, indem sie ihnen Sonnenlicht und Nährstoffe entziehen.
Wie gelangen Algen in meinen Teich?
Wie bereits erwähnt, kommen Fadenalgen und Schwebealgen natürlicherweise im Wasser vor. Auch wenn du gerade erst deinen Teich mit kristallklarem Leitungswasser gefüllt hast, dauert es nicht lange, bis die ersten Algen erscheinen. Die ersten Spuren (Samen) von Algen kommen oft mit den Fischen und Pflanzen, die du in deinen Teich einsetzt. Aber, selbst wenn das nicht der Fall gewesen sein sollte, werden die Algensporen durch Regen und Wind automatisch in deinen Teich getragen.
Das ist alles interessant, aber warum wachsen diese Algen in meinem Teich so schnell?
Du solltest wissen, dass Algen mit sehr wenig zufrieden sind. Ein bisschen Sonnenlicht und Nahrung und sie kommen gut zurecht. Aus diesem Grund wachsen sie früher in der Saison bei niedrigeren Temperaturen als Ihre Teichpflanzen. Außerdem wachsen Algen viel schneller und bis zu einem späteren Zeitpunkt in der Saison als Ihre Teichpflanzen. Fadenalgen zum Beispiel wachsen auch im Winter weiter, wenn auch deutlich langsamer. Sowohl die Fadenalgen als auch die Schwebealgen sind bei der Aufnahme von Sonnenlicht und Nährstoffen direkte Konkurrenten deiner Teichpflanzen. Etwas zu viel von beiden und du hast es mit Fadenalgen oder Schwebealgen in deinem Teich zu tun. Zudem haben Algen die lästige Eigenschaft, dass sie, wenn sie einmal zu wachsen beginnen, alles tun, um sich selbst zu vermehren - natürlich auf Kosten Ihrer Teichpflanzen.
Auf die Frage, wie Algen in den Teich gelangen, sind also zwei kurze Antworten möglich:
• Zu viel Sonnenlicht auf dem Teich
• Zu viele Nährstoffe im Teich
Diese Antworten bedürfen genauerer Erläuterung, damit wir die Ursachen des überbordenden Algenwachstums ermitteln und Maßnahmen ergreifen können. Ein Teich, der in der prallen Sonne liegt, leidet eher unter extremem Algenwachstum. Idealerweise sollte ein Teich so angelegt werden, dass er im Halbschatten liegt. Bei einem bestehenden Teich, der vollständig in der Sonne liegt, bleibt nichts anderes übrig, als für mehr Schatten zu sorgen. Dazu kann man zum Beispiel eine Pergola bauen und diese zuwachsen lassen oder ein Strohdach oder etwas Ähnliches darüber anbringen. Du kannst auch hohe Pflanzen in der Nähe des Teiches Pflanzen oder ein verstellbares Schattentuch an Spanndrähten befestigen. Außerdem besteht die Möglichkeit, mehr schattenspendende Wasserpflanzen wie Seerosen oder Schwimmpflanzen in den Teich zu setzen.
Was die überschüssigen Nährstoffe betrifft, so solltest du diese so weit wie möglich einschränken. Doch dazu müssen wir zuerst einmal herausfinden, wie dieser Nährstoffüberschuss in den Teich gelangt. Wir listen hier eine Reihe möglicher Ursachen auf: Über das Ökosystem (Grund- und Regenwasser) gelangen immer mehr Nährstoffe in den Teich. Das liegt zum Teil daran, dass wir Menschen unsere Wäsche gerne sauber haben und Bauern ihre Ernte gerne schneller wachsen sehen. Dabei handelt es sich um Phosphate und Nitrate, die als Reinigungs- und Düngemittel verwendet werden. Dagegen kannst du als Teichbesitzer selbst nichts tun.
Die Fische bekommen zu viel Futter. Nicht gefressene oder nicht vollständig verdaute Nahrung sorgt für eine Erhöhung der Nährstoffe. Es sind zu viele Fische im Teich. Viele Fische = viel Kot und Kot bietet appetitliche Nährstoffe für Algen.
Es sind zu wenige Pflanzen im Teich, die mit den Algen um Nährstoffe konkurrieren, oder Pflanzen, die aus bestimmten Gründen nicht genug wachsen. Dies ist eine reversible Ursache und Wirkung, wenn es um das Algenwachstum geht. Gutes Pflanzenwachstum = weniger Algenwachstum und umgekehrt.
Gartenerde und/oder Laubstreu, die in den Teich geweht werden oder mit Regenwasser in den Teich fließen. Eine Schicht organischer Abfälle am Boden (Schlamm), die teilweise dadurch entsteht. Ein technisch oder biologisch defekter Filter oder ein Filter mit zu geringer Kapazität. Das Abschalten des Filters im Winter. Die Algen sind jedoch ebenfalls da und diese wachsen auch im Herbst. Dadurch haben sie im Frühjahr einen noch größeren Vorsprung gegenüber den anderen Pflanzen.
Ein schlechter bakteriologischer Haushalt. Sogenannte nitrifizierende Bakterien im Teich und im biologischen Filter sorgen für die Zersetzung organischer Abfälle im Teich. Wieder andere Bakterienarten wandeln überschüssige Nährstoffe in Nitrate um, die von Pflanzen als Nahrung aufgenommen werden können. Ein Überschuss an Nitraten führt jedoch auch zur Algenbildung. Lesen Sie hier mehr über die Wirkung von Bakterien im Teich und im Filter.
Schlechte Werte des Teichwassers. Dadurch können die oben beschriebenen biologischen Prozesse nicht richtig ablaufen. Auch hier gibt es eine reversible Ursache und Wirkung; eine schlechte Wasserqualität führt zu weniger aktiven Bakterien und umgekehrt.
* Bemerkung: In einem Koi-Teich dürfen keine Pflanzen vorhanden sein, da sie von den Fischen gefressen werden.
Bei diesen Teichtypen sollte der Nährstoffgehalt reduziert werden, indem ein Teil (25-30%) des Teichwassers häufiger gewechselt wird. Dies gilt insbesondere für die wärmeren Sommermonate. Bei Bedarf kann ein externer Sumpfpflanzenfilter installiert werden, der die Funktion der Pflanzen im Teich übernimmt. Das Gleiche gilt auch für Schwimmteiche.
Und wie kann ich jetzt Fadenalgen oder Schwebealgen in Zukunft verhindern?
• Überfüttere deine Fische nicht
• Sorge dafür, dass du nicht zu viele Fische in deinem Teich hast
• Setze genügend (Sauerstoff-)Pflanzen in den Teich
• Achte darauf, dass nicht zu viel Unrat wie Gartenerde und Laubstreu in den Teich gelangt. Besonders vor dem Winter ist eine gute Reinigung notwendig.
• Wenn möglich, lasse den Filter auch im Winter arbeiten und führe regelmäßig eine Wartung durch.
• Gebe zweimal im Jahr (im Frühjahr und im Herbst) BioBakter in das Filter- und/oder Teichwasser, insbesondere, falls es eine UV-Lampe gibt.
• Achte auf eine gute Wasserqualität, messe die Wasserwerte regelmäßig und passe diese bei Bedarf mit den entsprechenden Produkten an.
Sollte ich sonst noch etwas wissen?
Ja, denn wenn du einen neuen Teich anlegen oder den Teich reinigen möchtest, ist der Herbst der richtige Zeitpunkt. Das Tageslicht nimmt dann ab, sodass Algen kaum oder gar nicht wachsen können. Außerdem hat das Teichwasser dann bis zum Frühjahr die Chance, ins Gleichgewicht zu kommen. Insbesondere der Bakterienhaushalt hat dann Zeit, seine volle Stärke zu erreichen. Wenn im Frühjahr ausreichend Sauerstoffpflanzen in den Teich gepflanzt werden, entsteht durch die Wirkung der Pflanzen und Bakterien ein gutes Gleichgewicht, das die Gefahr des Algenwachstums deutlich senkt.
Die Praxis zeigt jedoch, dass Teiche meist im Frühjahr angelegt und gereinigt werden. Um dem Teich einen guten Start zu geben, sowohl um schneller ein Gleichgewicht zu schaffen als auch um extremes Algenwachstum zu verhindern, ist es ratsam, dem Wasser und dem Filter unsere BioBakter-Bakterienkultur sowie unser Produkt ALG-Start zuzusetzen. ALG-Start ist ein sicheres Produkt, das über die gesamte Saison hinweg eine vorbeugende Wirkung gegen viele Startprobleme in Teichen hat. Dies verschafft deinen Pflanzen einen Vorsprung gegenüber den Algen. Ein komplettes und kostengünstiges Startpaket für neue Teiche ist ebenfalls erhältlich.